Science March Germany

March for Science: Wie es weitergeht

Beim internationalen “March for Science” sind am 22. April 2017 weltweit Hunderttausende Menschen auf die Straße gegangen, um dafür zu demonstrieren, dass wissenschaftliche Erkenntnisse als Grundlage des gesellschaftlichen Diskurses nicht verhandelbar sind. In Deutschland fanden 22 Kundgebungen mit insgesamt über 37.000 Teilnehmern statt. Nirgends sonst – abgesehen von den USA – gab es so viele “Marches” wie in Deutschland.

Um unsere Arbeit fortzusetzen, haben wir uns inzwischen die Rechtsform eines eingetragenen Vereins gegeben. Als gemeinnützige Körperschaft werden wir dadurch die Möglichkeit haben, Spenden sowie die Unterstützung anderer gemeinnütziger Körperschaften entgegenzunehmen.

Obwohl wir “March” heißen, wird die Veranstaltung von Demonstrationen bei unserer weiteren Arbeit voraussichtlich eine eher kleine Rolle spielen. Vielmehr wollen wir uns auf konkrete Projekte konzentrieren, die unser Anliegen unterstützen. Im Zentrum stehen dabei Freiheit und Wahrheit als die beiden zentralen Werte der Wissenschaft.

Wissenschaft bedarf der Freiheit, um ihrer vornehmsten Aufgabe, dem Streben nach Wahrheit, gerecht werden zu können. Die Frage nach der Einschränkung dieser Freiheit stellt sich nicht erst bei der buchstäblichen Unterdrückung und Behinderung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, wie wir sie aktuell etwa in Ungarn, der Türkei und anderen Ländern sehen müssen. Sie betrifft ebenso die Rahmenbedingungen wissenschaftlichen Arbeitens und die Anreizstrukturen innerhalb des Systems Wissenschaft hierzulande.

Wir werden daher in Zukunft Projekte initiieren, unterstützen oder selbst durchführen, deren Ziel es ist, die Werte Freiheit und Wahrheit zu fördern und Entwicklungen entgegen zu wirken, die diese Werte bedrohen oder einschränken. Aus den Rückmeldungen nach dem 22.4. haben sich insbesondere drei Themen- und Handlungsfelder herauskristallisiert:

  1. Wissenschaft und Gesellschaft
  2. Wissenschaft und Bildung
  3. Wissenschaft und Politik.

Wie die Wissenschaft kommuniziert (und wie sie kommuniziert wird), ist entscheidend dafür, ob ein echter Dialog auf diesen drei Gebieten gelingt. Die Wissenschaftskommunikation stellt somit das “Wie” dar, das die drei Themenfelder (“Was”) verbindet. Denn dass sich etwas ändern muss, hat der March for Science deutlich gezeigt.

Alle, denen die deutliche Unterscheidung von gesichertem Wissen und persönlicher Meinung nicht gleichgültig ist, sind eingeladen, sich auch weiterhin an dieser Initiative für den Wert von Forschung und Wissenschaft zu beteiligen – nicht nur Wissenschaftler/innen!

Weitere Informationen finden Sie in unserer FAQ.